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Fährtenarbeit - die Königsdisziplin im Hundesport Fährtensuchen ist eine besonders anspruchsvolle Hundesportdisziplin. Fährtenarbeit erfordert vom Hund eine nur ihm mögliche, für uns Menschen unvorstellbare Höchstleistung, die noch dazu besondere mentale, aber auch körperliche, sozusagen sportliche Anforderungen stellt. Fährtenhunde müssen eine gute Kondition besitzen. Während bei normalem Atmen die Geschwindigkeit des Luftstroms in den Nasenwegen 3-4 km/h beträgt, erhöht sie sich beim Schnüffeln um das Zehnfache. Deshalb darf man unmittelbar nach der Fährtenarbeit dem Hund keine weitere anstrengende Tätigkeit mehr abverlangen und auch nur kurz mit ihm spielen. Nutzt man z.B. den Nahrungstrieb, so gelingt es schnell, die Verknüpfung "Fährte suchen gleich Futter finden" beim Hund zu erreichen. Die Fährtenarbeit ist als Teil A zum einen Bestandteil der VPG-Prüfungen (die Fährtenprüfungen FPR 1-3  entsprechen dem Teil A der VPG 1-3), aber es gibt auch eine reine Fährtenhundprüfung (FH). Entsprechend der verschiedenen Prüfungsstufen steigern sich die Anforderungen an den Hund: Zuerst legt der Hundeführer die Fährte selbst, ab VPG/FPR 2 wird dies von einer zweiten Person erledigt. Daneben wird die Zeit zwischen Legen und Ausarbeiten der Fährte verlängert und die Zahl der Richtungsänderungen und "verlorenen" Gegenstände erhöht. Bei den großen Fährtenhundprüfungen (FH) kommen dann noch Geländewechsel und Verleitungen dazu.  Was ist eine Fährte? Geruchsfährten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Der Fährtenleger verändert beim Legen nicht nur die Bodenstruktur. Die Erde riecht an den eingedrückten Stellen auch anders. Auf bewachsenen Böden kommt dazu noch der Geruch zertretener oder geknickter Pflanzen. Die abgestorbenen Pflanzenzellen werden von Bodenbakterien gefressen. Hierbei entsteht ein Mikrobengeruch, der verbunden mit dem Schuh- und dem Eigengeruch des Menschen den eigentlichen Fährtengeruch bildet. Der Hund kann diese Gerüche mit seiner feinen Nase aufnehmen und von dem anders gearteten Duft der Umgebung unterscheiden. Vor ihm liegt ein exakt markierter Pfad, dem es durch alle Wirrungen und Ablenkungen über gefilterte Gerüche zielstrebig zu folgen gilt. Die Fährte führt durch unterschiedliches Gelände und auch über Strassen und Wege. Dabei ändert sich der Fährtengeruch, wenn die Fährte zum Beispiel von einem Acker über Wiesen auf Waldboden überwechselt. Die Haltbarkeit einer Fährte ist sehr unterschiedlich. Sie variiert je nach Bodenart, örtlichem Klima, Jahreszeit und dem jeweiligen Wetter. Andere Spuren, wie z.B. Wild oder Menschen, können die Fährte kreuzen. Eine erfahrene und gut ausgebildete Schnüffelnase ist in der Lage, die einmal aufgenommene Fährte noch sechs oder mehr Stunden nachdem sie gelegt wurde auch über kreuzende und nahezu zeitgleich gelegte Verleitungsfährten hinweg zu verfolgen. Unsere Supernasen können sogar die Richtung feststellen, in der eine Fährte gelegt wurde. Das macht uns diese großartigste Sinnesleistung des Hundes vollends unbegreiflich. Offensichtlich können unsere Supernasen erkennen, wo die Spur jünger wird. Sie müssen also geringste Konzentrationsänderungen der Spur erkennen können und danach ihre Suchrichtung bestimmen. Und dazu reicht offensichtlich ein Altersunterschied der einzelnen Tritte von wenigen Sekunden!